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Er will näher am Schulalltag sein

© St. Galler Tagblatt; 2. September 2017

Ausgaben-Nr. Seite 25AT

Appenzeller Zeitung Appenzellerland

 

Trogen · Marc Kummer ist der neue Rektor der Kantonsschule Trogen. Er hat klare Vorstellungen, was eine gute Schule ausmacht. Wichtig ist ihm, neben der Qualität des Unterrichts, die Schüler menschlich weiterzubringen.

Gianni Amstutz

Seit August ist Marc Kummer Rektor an der Kantonsschule Trogen. Seine ersten Eindrücke von der Schule sind sehr positiv. «Das Lehrerteam und die Mitarbeiter haben mich sehr freundlich aufgenommen. Sie sind sehr engagiert.» Ausserdem sei die Schule hervorragend ausgestattet. Von den Unterrichtsmaterialien über die tollen Räume bis hin zur Informatik, habe die Kanti alles, was eine moderne Schule benötige. Ein weiterer Punkt, der dem 55-Jährigen gefällt: «Bei den Lehrern und Schülern, aber auch von Seiten der Politik und der Bevölkerung ist eine grosse Identifikation mit der Schule spürbar.»

«Es ist noch zu früh, um Entscheidungen zu treffen»
In welche Richtung sich die Kanti Trogen entwickeln soll, will Kummer zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen. «Es wäre falsch, nach einem Monat Urteile zu fällen und sich anzumassen, bereits Veränderungen vorzunehmen.» Er hat aber klare Vorstellungen, was eine gute Schule ausmacht. «Der Unterricht muss aus fachlicher und pädagogischer Sicht eine sehr gute Qualität haben.» Eine Kultur des Zusammenlebens zu pflegen, sei jedoch ebenso wichtig. «Es braucht eine Mischung aus Leistungswillen und Menschlichkeit sowie Geselligkeit.» Daneben müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Jugendlichen eine gute Bildung zu ermöglichen. All diese Aspekte dienten dem Zweck, die Schülerinnen und Schüler auf ein Studium an einer Hochschule und auf das Leben vorzubereiten. «Das ist letztlich das Ziel jeder Mittelschule.»

Marc Kummer beschreibt sich selbst als vielseitig interessiert. Das spiegelt sich in seinem Werdegang. Nach einer Lehre als Bankkaufmann schloss er die Matura ab. Danach studierte er Agrarwissenschaften und absolvierte parallel dazu eine Ausbildung in Pädagogik. Nachdem er auf dem Landwirtschaftsamt des Kantons Zürich ein Schulfusionsprojekt geleitet hatte, wurde Kummer Direktor der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof. Diese richtete er strategisch neu aus, was zu einer Verdoppelung der Schülerzahlen führte. Seit 2007 leitete er als Amtschef das Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich. «Wenn man meinen Lebenslauf betrachtet, könnte man den Eindruck gewinnen, dass ich mich nicht festlegen will», sagt Kummer. «Doch all die vielfältigen Erfahrungen, die ich in meiner beruflichen Laufbahn gemacht habe, helfen mir bei meiner Stelle als Rektor.» Für diese habe er sich beworben, da er nach seiner Stelle als Amtschef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts mit rund 6000 Mitarbeitern wieder näher an der Basis sein und mit Jugendlichen und den Lehrpersonen zusammenarbeiten wollte. Selbst unterrichten wird er vorläufig jedoch nicht. «Ich würde das zwar gerne machen, um in Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern zu kommen, erst einmal geniessen aber andere Aufgaben Priorität.» Kummer will vorerst Schritt für Schritt alle relevanten Ansprechpersonen und die Schule kennen lernen. Der Kontakt zu den Jugendlichen entstehe mit der Zeit. Doch was macht der neue Rektor den ganzen Tag, wenn er nicht unterrichtet? Zu den Aufgaben zählten die Vertretung der Schule nach aussen in der Politik und Bevölkerung, die Verantwortung für das Budget, die Schulentwicklung und Personalführung, sagt er. Einen fixen Tagesablauf gebe es nicht. «Als Rektor ist jeder Tag anders.» «Es braucht eine Mischung aus Leistungswillen und Menschlichkeit sowie Geselligkeit.» Marc Kummer Rektor Kantonsschule Trogen Marc Kummer vor der frischsanierten Mensa der Kanti Trogen.

Bild: Gianni Amstutz 

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